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Brennnessel

Dass die Brennnessel ein unterschätztes Gemüse ist, liegt vermutlich an ihren Nesseln, den feinen Härchen, die Juckreiz auslösen. Diese machen die Ernte und Verarbeitung etwas komplizierter, dennoch lohnt sich der Aufwand. Die Brennnessel ist mineralstoff- und vitaminreicher als die meisten Kulturgemüse und hat einen ganz eigenen Geschmack. Auch gesundheitlich ist die Pflanze nicht zu verachten, als Tee kennt man die Pflanze noch am ehesten. Aus den alten Stielen kann sogar Kleidung hergestellt werden.

Wir haben derzeit folgende Sorten im “Anbau”:

  • Kleine Brennnessel
  • Große Brennnessel
  • Goldnessel
  • Taubnessel

Verwendung

Mittlerweile findet die Brennessel ihren Weg in die gehobene Küche. Ideal eignet sich die Brennessel als Kraut in Gerichten wie Brennesselspätzle, Brennesselrisotto oder aber einfach wie Spinat als Beilage. Generell sollte man deutlich weniger Brennesseln essen als z.B. Spinat, da die Wirkweise viel höher ist. Kurz blanchiert oder in der Pfanne angebraten, verlieren die Brennhaare ihre Bedeutung. Wer sie roh verzehren möchte, wäscht sie am besten mit Handschuhen ab und streift dabei mehrfach die Pflanze komplett ab — so werden die Härchen gebrochen und ungefährlich. Brennnesselpesto ist eine ideale Art, um die Pflanze haltbar zu machen. Wichtig ist auch hier, dass man deutlich weniger verzehrt als bei Basilikumpesto. Wer einfach nur für den Tee trocknen möchte, legt die Pflanzen luftig in den Halbschatten und lässt sie so drei Tage trocknen. Danach können sie in einem Gefäß gelagert werden und jederzeit überbrüht werden.

Bärlauch-Brennessel-Butter
Ihr benötigt für 1 Stück Butter eine gute Hand voll Wildkräuter. Wir empfehlen aktuell 2/3 Bärlauch, 1/3 junge Brennesseln bis 10 cm Höhe. (Erntet Bärlauch bitte nur, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr ihn erkennt und verwechselt ihn nicht mit Maiglöckchen, die wachsen ab April auch.)
Die Brennesseln erntet ihr entweder mit Handschuhen oder vorsichtig mit zwei Fingern unten am Stiel. Dann fahrt ihr von unten am Stiel 2–3 mal mit allen Fingern nach oben, um die Brennhaare zu brechen. Spätestens nach ein paar Mal hat man’s raus und es brennt nichts. Die Mühe lohnt sich, Brennesseln sind gerade jetzt enorm gesund und lecker. Stellt die Butter mindestens eine halbe Stunde raus, sie braucht Raumtemperatur. Nun wascht ihr die Kräuter und trocknet sie auf einem Küchenpapier. Anschließend hackt ihr mit einem Messer oder Wiegemesser die Kräuter klein und mischt sie von Hand mit etwas Salz (am besten Fleur de Sel) und Pfeffer in einer Schüssel mit der Butter durch. Nach kurzem Kneten ist die Butter fertig. Der entstandene Kräutersaft, der übrig bleibt, wird abgegossen oder getrunken, die Butter in eine Form oder Box gebracht und gekühlt. Die Butter passt entweder einfach so auf’s Brot oder besonders gut zum Grillen. Man kann sie auch gut für den Sommer einfrieren.

PS: Bei der Bestimmung von Wildpflanzen helfen euch gute Wildpflanzen-Bestimmungsbücher oder auch die praktische, kostenlose App „Flora Incognita“ , die eure Fotos mit einer Datenbank abgleicht und euch die Pflanzenarten mit der Trefferwahrscheinlichkeit liefert.

Wirkung

Die Pflanze soll stark entgiftend, entwässernd und entschlackend wirken. Dies ist die Hauptanwendung für Brennnesseltee, primär als Frühjahrskur. Sie soll Nieren und Leber entlasten und bei Verdauungsbeschwerden langfristig helfen.

Die frischen Pflanzenteile sind idealer Eisenspender und haben bis zu 4x mehr Eisen als Steak oder Spinat. Auch der Vitamin C Gehalt und viele andere Stoffe sind extrem hoch.

Ernteanteil

Brennnesseln geben wir nicht regulär zum Ernteanteil heraus. Ab und zu ernten wir jedoch ein paar frische Pflanzen, um den Bestand zu regulieren und geben sie als Zusatzgemüse an Interessierte heraus.