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Den Boden pflegen Teil II

Dies ist Teil einer mehrteiligen Artikelreihe zum Thema »Den Boden Pflegen«. Teil 1 ist bereits erschienen.

Über das Thema »Dünger«

Oft wird Dünger verschmäht, weil das ja chemische Produkte sind. Doch eigentlich sind ja auch Mist und Gülle, Kompost und andere Hausmittel ebenfalls Dünger, die unnatürlich hohe Mengen Nährstoffe im Vergleich zu Mutterboden beinhalten.

Und letztlich ist es ja so: Wenn ein Ungleichgewicht da ist, haben das zumeist wir selbst zu verschulden als Menschheit. Daher ist es dann ein logisches Ziel, die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Selbst falls nicht, so wollen wir ja als Lebensmittelproduzenten und Bodenbauern die Natur ins Gleichgewicht bringen und dadurch auch den Menschen, der sich davon ernährt.

Das heißt ja nun nicht, dass ich mich der Agrochemieindustrie verschreiben muss. Es gibt eine Vielzahl an Düngemitteln, die recht natürlich und oft als Beiprodukt von Abbaustoffen hergestelllt wird. Kalium oder Magnesium, Calcium und vieles mehr kommt in sehr vielen Gesteinen vor und muss nur entsprechend gemahlen und sortiert werden. Schwefel ist mittlerweile oft Mangelware im Boden, was maßgeblich daran liegt, dass wir den Boden ins Ungleichgewicht gebracht haben in den letzten Jahrhunderten. Und so schlimm Bor, Zink, Chrom oder Molybdän und andere Spurenelemente erstmal klingen, so wichtig sind sie in geringsten Mengen für den Boden, aber auch für uns Menschen. Ist Bor nicht vorhanden, so kann z.B. Mais nicht gut bzw. robust wachsen. Auch die Auswahl an Mist ist ein wichtiger Faktor: So hat Pferdemist eine ganz andere NPK-Zusammensetzung als Schafmist oder Kuhdung.

Heutzutage gibt es neben den klassischen Einzelstoffdüngern aber auch tolle neue Produkte im Handel, die sehr nachhaltig funktionieren.

Sogenannte »Terra Preta« Düngemittel nutzen Pflanzenkohle, um eine Ausgasung und Auswaschung der Nährstoffe zu verhindern. So sind sie zwar etwas langsamer verfügbar als klassische Mittel, als Langzeitdünger aber unübertroffen.

Düngemittel können heute zudem vegan sein, also ohne Hornmehl und andere tierische Abfälle hergestellt. Das hat den immensen Vorteil, dass der beißende Geruch wegfällt und man den Dünger auch mal einfach ohne Schutzhandschuhe (sowie ggf. Atemschutzmaske) ausbringen kann. Daneben tut man vielleicht was für’s Tierwohl (bzw. unterstützt nicht die Industrie durch Kauf von Schlachtabfällen und damit Doppelvermarktung). Einige schreiben Schlachtabfällen auch energetische Informationen zu, und sofern man daran glaubt, verteilt man mit einem veganen Dünger aus z.B. Traubenkerntrester oder Malzkeimen keine Infomationen des Leids und Todes im eigenen Boden. Preislich sind die Düngemittel natürlich schon etwas teurer, rechnet man den gewonnenen Komfort sowie die unterschiedliche Langzeitwirkung dazu, so finde ich den Preis aber absolut fair.

Letztlich birgt die Natur selbst viele Pflanzen und Mittel, um Probleme in den Griff zu bekommen. So hat Beinwell einen hohen Kaliumgehalt, Knoblauch, Chili, Ingwer, Meerrettich haben Stoffe, die wie ein Antibiotikum bzw. Probiotikkum wirken und zur Gesundung eines Bodens beitragen, in Folge also auch Schadorganismen abhalten. Als Bauer kann ich nun entscheiden, ob ich Kalium als Sackware kaufe oder selbst Beinwellextrakt herstelle oder mit Hilfe spezieller Gründüngungen und Transfermulchsystemen in den Acker einbringe.

»Es gibt viele Lösungswege, wichtig ist sich Ziele für jetzt und für später zu setzen und dann zu handeln. Ein Boden, den ich heute verbessere, bringt schon im nächsten Jahr weniger Probleme.«

Was ich heute dünge, muss nicht das Ziel von nächstem Jahr sein. Es muss nur jetzt die beste, umsetzbare Lösung sein. Das Streben nach besseren Lösungen ist in uns drin, darum müssen wir uns meistens keine Sorgen machen.