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Bokashi(kompost)

Fermentierte Lebensmittel werden oft als veredelte Lebensmittel bezeichnet, heutzutage auch oft als Superfood und in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Auch für Bodenlebewesen sind dies Superfoods, daher ist es optimal, wenn wir dem Bodenmikrobiom regelmäßig Fermente bereitstellen.

Der Bokashi ist eine Möglichkeit, um unserem Boden wieder all die wichtigen Stoffe zukommen zu lassen, die wir meist nur entnehmen. Veredelte Pflanzenreste (bisher bei den meisten als »Biomüll« entsorgt) können wichtiger Bestandteil für guten Boden sein. Auch wenn die Methode Zusatzstoffe wie Effektive Mikroorganismen (»EM«) oder Brottrunk zur Fermentation benötigt und etwas Aufwand ist, kann so ein verbessernder Kreislauf entstehen.

Kann ich das nicht einfach kaufen?

Klar, es gibt Bokashi in vielen Formen als Dünger und Bodenverbesserer zu kaufen. Das sind auch wirklich gute Produkte. Da die meisten Menschen aber zu Hause »Biomüll« produzieren, ist es sinnvoll sich Gedanken über den Kreislauf dieser Stoffe zu machen. Ist es wirklich sinnvoll die Stoffe in eine Tonne zu entsorgen für die wir Geld bezahlen, nur um dann vom gleichen Werk den fertigen Kompost wieder zu kaufen? Noch dazu, wenn dieser Kompost oft nicht lang genug reifen konnte, Mikro- und Makroplastik sowie Schadstoffe aus Pflanzenrückständen beinhaltet? Ein industrieller Kompost reift nur sehr kurz bei heißen Temperaturen. Dadurch hat er eine tolle, feine Struktur und auch meist einen guten Nährwert. Vieles kann in der kurzen Zeit jedoch nicht umgewandelt werden, daher ist ein solcher Kompost auch nicht mit einem vergleichbar, der ein Jahr oder länger reifen durfte.

Interessant zu wissen: Viele Kompostanbieter haben Spezialkomposte für Gewerbe oder Landwirte, die entsprechend anders hergestellt werden und länger reifen dürfen, strenger kontrolliert werden und nur aus ganz bestimmten, ausgewählten Ausgangsstoffen hergestellt werden. Diese Komposte werden in der Regel nicht an Privatpersonen verkauft.

Was ist Bokashi und was brauche ich dafür?

Ein Bokashi wird im Eimer hergestellt. Wichtig ist, dass der Eimer luftdicht verschließbar ist und einen Ablauf für die entstehende Flüssigkeit besitzt. Fertige Bokashieimer haben das und sind in der Handhabung sehr bequem, wem das aber zu teuer ist, der kann sich das System auch selbst basteln.

Der Bokashi wird immer wieder mit Material aus der Küche gefüttert und zusammengepresst (mit Hand oder einem Plastikschieber). Dabei sollte als Hilfsmittel Bokashistreu und EM-Aktiv in einer Sprühflasche benutzt werden. Wer eigene Fermente besitzt kann auch diese mit benutzen (Sauerteig, Kefir, Saft vom fermentierten Gemüse). Da wir in den Eimer ja auch Fäulnis einbringen, ist diese Steuerung nötig.

Unser Erfolgsrezept

Wir haben besten Erfolg einen Fermentkompost herzustellen, wenn wir beimpfte Pflanzenkohle, EM-Aktiv und Urgesteinsmehl einsetzen. Dazu kommen die Reste von Sauerkraut, Wasserkefir und anderen Fermenten. Für einen ganzen Eimer setzen wir ca 1/4 (25%) des Inhalts an Pflanzenkohle (15%) und Urgesteinsmehl (10%) ein. Diese Kombination hat bisher immer zu Erfolg geführt.

Was man beachten muss / was nicht unbedingt jede:r reintun will

In den Bokashi darf theoretisch fast alles rein. Dadurch, dass die Stoffe sich aber nicht zersetzen sondern nur fermentiert werden, muss man sich überlegen, was Sinn ergibt. Knochen bleiben Knochen und damit unpraktisch, auch große Stückchen sind unpraktisch, diese sollte man vorab zerkleinern. Fermentationshemmende Stoffe wie Zitrusfrüchte sollten nur in kleinen Mengen verwendet werden. Fleisch und Fisch darf enthalten sein, kann aber nach dem Ausbringen ein Problem sein. Füchse und andere Tiere lieben fermentiertes Fleisch und kommen gerne zum Ausgraben vorbei, wobei sie fermentiertes Gemüse ebenfalls mögen.

Wir graben den Bokashi nach vier Wochen im Eimer in den Kompost ein. Selbst 30cm tief vergraben wird er häufig vom Fuchs ausgegraben, wenn wir ihn nicht zusätzlich schützen / abdecken. Wir decken ein Vlies darüber oder eine 5cm dicke Grasschicht.

Alternativen zum Bokashi

Als Alternative zum Bokashi zu Hause kommt der Wurmkompost in Form einer Wurmkiste in Frage sowie bei einem Eigenheim auch ein normaler Kompost im Garten. Letzterer ist einfach umzusetzen, hat aber nicht die gleiche Wirkung wie die beiden anderen Methoden.

Wir kombinieren bei uns den normalen Kompost aus Grasschnitt und groben Pflanzenresten und bringen dort unseren fertigen Bokashi ein, der als Kompoststarter und -steuerung dient und den Prozess beschleunigt.

Im Workshop die Praxis erlernen

Wir bieten regelmäßig zum Thema einen Workshop an: Bokashi & Fermentkompostierung, zum Beispiel am 6. August 2022 von 14 – 16 Uhr. Noch sind Plätze frei!