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Pflanzenkohle »Dust« für Blattspritzungen

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Vorab: Wenn wir nachfolgend von Spritzungen und Spritzmitteln schreiben, so meinen wir hiermit natürliche Mittel und Pflanzenhilfsstoffe wie Effektive Mikroorganismen oder Jauchen. Wir arbeiten ohne synthetische Spritzmittel und verwenden ausschließlich im Biolandbau zugelassene Produkte. Teilweise stellen wir die Mittel auch selbst her.

Der Status Quo

Für Blattspritzungen der Kulturpflanzen verwenden wir normalerweise immer Urgesteinsmehl, um so einen Lebensraum für die Mikroorganismen mitzugeben, aber auch, um die Blätter durch die enthaltenen Mikronährstoffe zu stärken und die Spritzmittel abzumildern.

Wofür Blattspritzungen

Wir verwenden Blattspritzungen während der gesamten Kulturdauer zur Stärkung der Pflanzen, zur Milieusteuerung und Fäulnisprävention sowie zur Abwehr von Schädlingen bzw. Fraßfeinden der Pflanzen. Wir versuchen auch hier zunächst die Pflanze soweit zu stärken, dass sie keine Fäulnis in sich tragen und dadurch Schädlinge anlocken. Ab Mai spritzen wir gerne zusätzlich ein EM-Ferment mit Chili, Ingwer und Knoblauch, was als Vergrämungsmittel gegen Insekten dient und gleichzeitig die Pflanze stärkt. Die EM-Spritzungen dienen auch der Abwehr oder zumindest Abschwächung von Krankheiten wie (echtem und falschem) Mehltau. Das Gesteinsmehl versorgt die Pflanzen außerdem direkt am Blatt mit wichtigen (Mikro-)Nährstoffen.

Pflanzenkohle zum Spritzen

Dieses Jahr bekamen wir eine kleine Probe Pflanzenkohle »Dust« von unserem Zulieferer der Palaterra Anzuchterde zugeschickt. Sie ist voraktiviert und mit Mikroorganismen beimpft und feinst vermahlen, und ist dadurch auch spritzfähig. Pflanzenkohle hat den Vorteil, eine enorme Speicherkapazität in Form von innerer Oberfläche zu bieten. Somit kann die Kohle nicht nur Mikroorganismen sondern auch Nährstoffe wie Stickstoff usw. oder auch Wasser einlagern und kontinuierlich auf Bedarf wieder abgeben. Bei Blattspritzungen mit Mikroorganismen, die generell anfällig auf Sonnenlicht, Hitze und Trockenheit reagieren bietet die Kohle einen guten Baustein, dass sich die Mikroorganismen dauerhaft auf der Pflanze ansiedeln oder zumindest länger überleben können.

Für uns stellt die Spritzkohle damit eine ideale Ergänzung zu EM und Urgesteinsmehl für unsere Blattspritzungen dar.

Schwierigkeiten

Leider ist die Kohle nicht ganz einheitlich feinst vermahlen. Die Gloria-Spritzen verstopften bei uns ausnahmslos, sodass wir die Kohle hier nicht mehr einsetzen. Die deutlich bessere Birchmeier Rückenspritze schafft es hingegen ohne zu verstopfen, wenn man die Kohle schon durch den Vorfilter in den Tank schüttet. Ein nochmaliges Sieben würde hier höchstwahrscheinlich helfen die verbleibenden Grobpartikel herauszufiltern und ein Verstopfen zu verhindern.

Im Ziergarten eignet sich die Spritzkohle (allerdings auch das Gesteinsmehl) nicht ganz so gut, da auf Blütenblättern das schwarz der Kohle sich sehr lang hält und nicht schön aussieht. Im Gemüsegarten kann man sich aber sicher sein, dass jeder fragt, was da komisches schwarzes auf den Pflanzen ist.

Fazit

Feinst vermahlene Pflanzenkohle ist eine ideale Ergänzung zu Urgesteinsmehl bei Blattspritzungen und sorgt für längere Haltbarkeit der Spritzmittel auf den Pflanzen. Somit muss weniger oft gespritzt werden und die Pflanzen werden nachhaltiger gestärkt. Rein von der Theorie her könnte die Kohle sogar dafür sorgen, dass Giftstoffe, die über die Umwelt (Regen, Luft/Staub) auf die Pflanzen kommen von der Kohle adsorbiert werden und damit unschädlich gemacht werden.