Schaufel&Gabel
Bunte Obst- und Gemüsevielfalt &
Workshops vom Kapellgarten Jaudenmühl

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Im Herbst 2020

Für viele ist der Herbst die Zeit, in der der Garten endlich nicht mehr so viel Zeit beansprucht nach einem anstrengenden Frühjahr und Sommer. Doch auch im Herbst gibt es einiges, was zu tun ist und vieles davon hat mit Nachhaltigkeit zu tun. Nun ist die Zeit, all die Aufgaben anzugehen, die vorher liegengeblieben sind.

Effektive Mikroorganismen

Seit dem Frühjahr habe ich (Anselm) mir vorgenommen, Aktivierte EM selbst herzustellen. Dazu benötigt man ein wenig Equipment (einen Fermenter mit Heizstab, Isolierbare Gefäße, Thermostat, Trichter, Flaschen/Bag-in-a-box Beutel) und ein paar Komponenten, die im Normalfall zugekauft werden müssen. EM lassen sich nur einmalig von der Urlösung zum sogenannten »aktivierten EM« (»EMa«) vermehren. Die Urlösung ist die Stammlösung aus bestimmten Bakterienstämmen, die in einer Art Ruhezustand sind. Durch die siebentägige Fermentation bei 37 Grad Celsius werden die Bakterienstämme aktiviert und vermehren sich. So kann aus 1 Liter Urlösung ca. 33 Liter EMa hergestellt werden. Zusätzlich werden diverse Mineralstoffe, Spurenelemente und EM-Keramik zur Veredelung und Stabilisierung und damit Haltbarkeit hinzugegeben.

Jetzt im Oktober habe ich die ersten Ansätze erfolgreich vermehrt und Kompoststarter (EM-B) sowie helles EM (z.B. zum Putzen, normales EM ist dunkelbraun) in sehr guter und stabiler Qualität hergestellt. Nun gilt es einiges auszuprobieren und die idealen Mischungen und Laufzeiten bis zum Frühjahr zu erreichen, sodass wir in Zukunft unsere eigenen Fermente im Garten benutzen können. 2021 werden wir zu »natürlichem Pflanzenschutz mit EM« auch Seminare über das Forum Kapellgärten anbieten.

Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass bei der Vorbereitung, dem Ansatz und während des Fermentationsprozesses extrem auf Hygiene und Sauberkeit geachtet werden muss. Auch sollte bekannt sein, wie gutes, stabiles EM riecht, aussieht und sich bei Gebrauch verhält. Vorkenntnisse in pH-Wert Bestimmung, Mikrobiologie und z.B. Brixwertbestimmung helfen bei der Qualitätsanalyse. Oft ist es gerade im Heimgebrauch durchaus günstiger und sicherer geprüfte EM-Produkte zu kaufen.

Kompost und Bokashi

Im Spätsommer haben wir aus zu nassem Heu, Grasschnitt und Pflanzenresten einige Kompostmieten aufgebaut. Diese gilt es nun zu kontrollieren und ggf. nachzubessern, sodass wir im Frühjahr auf fertigen Kompost zurückgreifen können.

Auch Bokashi (unter Luftabschluss mit EM fermentierte Gemüse- und Pflanzenreste sowie Grasschnitt) haben wir in lebensmittelechten Kunststofftonnen angesetzt und werden es noch vor dem Winter in den Boden bringen sowie teilweise im Fass überwintern, um im Frühjahr vor den Pflanzungen den Boden mit hochwertigem Dünger versorgen zu können.

Gerade Bokashi ist interessant, um eine Kreislaufwirtschaft zu erreichen und klimaneutral zu werden, da die Nährstoffe erhalten bleiben und im Gegensatz zur Heißrotte beim Kompost kaum CO2 in die Luft entweicht, und das Bodenleben angeregt wird, Regenwürmer mit Futter versorgt werden.

Beete abmulchen, Wintersaaten

Beete, die nicht mehr bepflanzt sind werden nun mit einer Mulchschicht bedeckt, um so den Oberboden zu schützen und dafür zu sorgen, dass einerseits die Bodenlebewesen weiterhin Nahrung haben, aber auch, damit weniger Nährstoffe ausgeschwemmt werden oder durch Frost (auffrieren) in die Atmosphäre entweichen können.

In einige Beete haben wir noch Spinat, Feldsalat oder Gründüngung eingesät, die dann im Frühjahr recht zeitig zur Verfügung stehen und über den Winter die Nährstoffe im Boden fixieren.

Wiesen ausmähen, striegeln

Um den Mahdertrag für Vieh und Mulch zu steigern, haben wir im September die angrenzenden Wiesen ausgemäht. Das ist gerade bei Weideflächen wichtig, um Beikräuter zu regulieren (Brennesseln, Ackerminze, Springkraut) und dem Gras wieder eine Chance zu geben, nachzuwachsen.

Erntedankfest und Rücksprache mit Ernteteilern

Am 4. Oktober haben wir ein leider etwas kleineres Erntedankfest in Form einer Gartenführung veranstaltet.
Durch die Covid-19 Auflagen konnten wir kein gemütliches Beisammensitzen an einer großen Tafel mit gemeinsamem Festessen organisieren, dennoch war es ein schöner Nachmittag, an dem wir viel erklären konnten, wie wir arbeiten und warum wir das tun. Nächstes Jahr werden wir regelmäßige Gartenführungen anbieten.

Planung 2021

Vielleicht eines der größten Themen bei uns ist aber aktuell die Planung für das nächste Jahr. Denn wir werden auf neue Flächen umsiedeln, uns als SoLaWi vergrößern und außerdem Seminare und Praxiskurse anbieten.

Saatgut Listen aufarbeiten

2020 war unser erstes Jahr als Solidarische Landwirtschaft, welches wir auch als Testjahr nutzen wollten. Daher haben wir dieses Jahr sehr viele Gemüsearten und -sorten ausprobiert, um zu sehen, ob diese im Voralpenland auch funktionieren. Nun müssen wir Resumé ziehen und entsprechend die Saatgutplanung für nächstes Jahr vornehmen.

Flächenplanung

Die aktuelle Fläche ist zwar sehr spannend, was die Möglichkeiten Boden zu verbessern, zu renaturieren angeht, gleichzeitig aber auch eine extrem aufwändige und kostspielige Fläche direkt an einer Bundesstraße. Sie war immer nur als Ausweichsfläche angedacht und nun werden wir 2021 auf neue Flächen umziehen. Die Obstbäume und Pflanzungen, die erst im kommenden Jahr ausreifen (Knoblauch) belassen wir allerdings noch solange auf der aktuellen Fläche.

In Zukunft werden wir zwei Flächen bewirtschaften:

Die eine Fläche, der Kapellgarten, befindet sich direkt vor dem Bach an der Jaudenmühle im Tal als Schau- und Seminargarten und Testanbauflächen. Hier werden wir Sorten testen, Anbaumethoden ausprobieren und bei Kursen uns die meiste Zeit aufhalten.

Die andere Fläche, deutlich größer, in Abertshausen bei einem Biohof als Hauptnutzungsfläche für die SoLaWi. An der Stelle werden wir eine Erzeugergemeinschaft für die SoLaWi einrichten. Zusammen mit Daniel Taffertshofer werden wir in Abertshausen Gemüse anbauen und dadurch auch deutlich mehr Ernteanteile vergeben können.

Workshops

Wie bereits angesprochen, planen wir ab nächstem Jahr einige Workshops, Seminare, Kurse und Vorträge. Dies werden wir im Rahmen des neu gegründeten Projektes »Forum Kapellgärten« anbieten, bei dem wir mit der Jaudenmühle und anderen kooperieren und ein Seminarprogramm rund um das Thema Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion anbieten werden.

Neben landwirtschaftlichen Kursen wird es aber auch einige Kurse geben, die für jeden geeignet sind (Waldspaziergänge, Kräuterkunde, Blumen binden, Räuchern, Kompostieren, u.v.m) und in Zukunft auch für Kinder geeignete Veranstaltungen.