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Carbon Farming

Carbon Farming — was erstmal ein etwas sperriger Begriff ist, ist bei uns ein wichtiger Bestandteil klimapositiv zu arbeiten und so eine aufbauende, regenerative Landwirtschaft zu betreiben.

Landwirtschaftliche Bewirtschaftung von Flächen stellt mit den größten Faktor für CO2-Ausstoß dar. Mastbetriebe und ähnliche Formen von hochkommerziellen Großbetrieben stehen zwar hier klar im Vordergrund, aber auch im kleinen gibt es sehr viele Schritte, bei denen viel CO2 ausgestoßen wird. Mit den richtigen Techniken kann jedoch viel vermieden werden und mit einfachen Mitteln sogar CO2 im Boden gespeichert werden.

Pflanzenkohle / »Terra Preta«

Pflanzenkohle entsteht durch thermische Karbonisierung (“Pyrolyse”) von Biomasse. Das kann zum Beispiel unbehandeltes Holz, Hecken- oder Grünschnitt sein. Aktivierte Pflanzenkohle besitzt eine sehr poröse Struktur, die wir uns in etwa wie einen Schwamm vorstellen können. Die große Oberfläche kann Wasser und Nährstoffe speichern, Schadstoffe binden und Mikroorganismen einen Lebensraum bieten. Gerade im Gemüsebau, wo der Boden sehr oft und stark bearbeitet wird (pflanzen, ernten, jäten), brauchen die winzigen Lebewesen, die Mikroorganismen, einen Raum, indem sie überleben können, auch wenn die Bodenschichten durcheinander gewirbelt werden (z.B. durch Hacken, Fräsen).

Klimatechnisch ist vor allem aber interessant, dass die Kohle nicht nur einfach einen langfristigen Düngenutzen für unsere Pflanzen darstellt sondern auch ca. die Hälfte des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials in der Kohlelangfristig gebunden bleibt. Weitere Details findet ihr beim Fachverband Pflanzenkohle.

Auf unserer Fläche haben wir zum Start 2020 mit ca. 35 Kubikmetern Kompost auch 2 Kubikmeter Pflanzenkohle sowie 1 Kubikmeter Urgesteinsmehl ausgebracht. Die Pflanzenkohle besteht zur Hälfte aus grobem Material (ca. 0,5 – 3cm Stücke) und zur anderen Hälfte aus fein vermahlenem Material (<1mm), was uns eine gute Strukturmischung bringt. Für die Feinverteilung im Boden ist das vermahlene Pulver ideal, um überall die Bodenstruktur sowie das Wasserhaltevermögen zu verbessern. Als Lebensraum und langfristige Speicherung ist das grobe Material besser geeignet. Sowohl die Pflanzenkohle als auch das Urgesteinsmehl sind bereits mit Mikroorganismen beimpft, um das Bodenmilieu und den Lebenraum zu einem positiv aufbauendem Mikroben-Milieu zu steuern.

Ein großer Vorteil der Kohle ist die Nutzung der Nährstoffeinlagerung. Gerade der Dünger ist vollkommen zurecht in der Gesellschaft in Verruf gekommen, denn allzuoft wird Gülle oder sogar Kunstdünger von Regen aus dem Boden ausgewaschen und gelangt in unser Trinkwasser. Auch im Gemüsebau ist dies ein Thema, denn die Pflanzen brauchen relativ viel Nährstoffe, die meist in Form von Kompost und Dünger gegeben werden. Auch wir geben Kompost und organischen (biozertifizierten) Dünger hinzu. Daher freuen wir uns, dass die Pflanzenkohle ebendiese Nährstoffe wie ein Schwamm aufsaugt und damit fest bindet und vor Auswaschung schützt. Die Wurzeln unserer Pflanzen können dann während dem Wachstum auf Bedarf mit Hilfe ihrer Wurzelmikroben die Nährstoffe direkt aus der Kohle holen.

Wichtig zu erwähnen ist an der Stelle explizit noch einmal, dass Pflanzenkohle erstmal Nährstoffe aus dem Boden bindet. Daher sollte die Kohle immer vorab mit verkompostiert werden (mindestens 2 – 3 Monate), damit sie dort die Nährstoffe binden kann und nicht im Beet als Konkurrenz zu den Pflanzen steht.

Der Klimavorteil

Der Einsatz von Pflanzenkohle bringt also nicht nur uns als Gemüsebauer einen Vorteil durch besseres Wassermanagement und Bodenleben, sowie Nährstoffregulat, sondern bietet auch all unseren Kunden etwas Besonderes.

Jeder Kunde bekommt nicht nur regionales, saisonsales und natürlich angebautes Gemüse sondern reduziert seinen CO2-Fußabdruck, da die eingesetzte Pflanzenkohle mehr CO2 fest im Boden speichert, als wir im Betrieb verbrauchen.